Bastard Operator from Hell (Teil#8)

Ich sitze wie ueblich an meiner Konsole. Ein Benutzer ruft an.

"Hallo, Kontrollraum. Simon am Apparat. Wie kann ich Ihnen helfen?" sage ich.

"Ich komme nicht in meinen Account" nuschelt es am anderen Ende.

"Wie lautet bitte Ihr Username?" frage ich. Sie geben mir ihren Usernamen. Ich schaue in ihren Account.

"Kein Problem, da war nur ein nicht-ausfuehrbares login file. Ich hab's richtig gestellt. Jetzt sollten Sie ohne Probleme 'reinkommen."

"Danke."

"Kein Ursache. Schoenen Tag noch!"

HÄÄHH?! fragen Sie sich jetzt. Ist der BASTARD OPERATOR FROM HELL endlich zum Guten bekehrt worden? Hat er aufgegeben?? REIF FÜR DIE KLAPPSMÜHLE???

Naaah. Der BASTARD OPERATOR FROM HELL wird ab heute ueberwacht. Alle Aktionen im Mainframe werden automatisch protokolliert. UND WENN DAS PASSIERT, werde ich normalerweise auch abgehoert! Also muss ich huebsch brav sein, bis ich die Bugs entdeckt habe. Sollte nicht allzu lange dauern - vertrauen Sie mir!

Ah. Da haben wir schon eins. Im Telefonhoerer, klar. Aber der Boss ist einer von der witzigen Sorte. Ich wette, da sind noch mehr. Ahja, ein anderer unter dem Telefon und ein dritter in meinem Keyboard.

Zeit fuer eine kleine Kaffeeschlacht. Drei auf einmal.... hmmm. Ich bringe mal besser die ganze Kanne und warte auf Zeugen.

Der System Manager kommt herein.

"Wo bleibt der Bericht, den ich gedruckt habe?" fragt er mit saurer Miene - er aergert sich offensichtlich, dass ich mich am Telefon noch nicht ans Messer geliefert habe.

Widersacher identifiziert!

Wie der Direktor der "BASTARD OPERATOR SCHOOL" (ich!) immer zu sagen pflegt: "Es gibt kein Problem das sich nicht loesen laesst, indem man die Benutzerprozesse killt, alle ihre files loescht, ihre Accounts sperrt und ihre tatsaechlichen Einnahmen dem Finanzamt zukommen laesst."

Ich ziehe den Ausdruck unter der Kaffeekanne hervor, wo ich sie plaziert hatte und die Kanne ergiesst sich ueber Telephone und Keyboard. Aus irgendeinem Grund standen beide uebereinandergestapelt in der Naehe.

"Uuuups!" sage ich. Entsetzen malt sich auf meinem Gesicht. Sein Gesicht sagt mir, dass ich richtig lag.

"Glauben Sie ja nicht, dass Sie damit davonkommen, Simon", knurrt er und stampft hinaus. Ich schalte den Ethernet Monitor ein und beobachte die Pakete, die aus seinen PC kommen.

Ah. Ein Memo geht an den Laser im Buero des Direktors. Inhalt: Beendigung meines Kontrakts, fristlos. Ich mache schnell ein paar notwendige Änderungen an dem File, solange es im Spooldirectory liegt und lasse es dann an seine urspruengliche Adresse weitergehen.

Ich starte mein Programm 'endzeit', das -522 auf den PC knallt und der Mainframe macht sich in die Hose.

Spaeter, beim Booten, entferne ich das laestige Logging.

Als naechstes gehe ich in den Kabelraum und stecke meinen Walkmankopfhoerer in den freien RS232 Port aus dem Buero des Direktors. Es ist erstaunlich, wie leicht man bugs ausstreuen kann, wenn man weiss, wo die Datenleitungen laufen!

Direktor: "Sind Sie sicher?"

SysMgr: "ABSOLUT SICHER!"

Direktor: "Und Sie wollen es sich nicht nochmal ueberlegen?"

SysMgr: "AUF KEINEN FALL!"

Direktor: "Nun gut, ich werde es sofort an die Personalabteilungweiterfaxen..."

SysMgr: "HERVORRAGEND!"

Zwei Sekunden später kommt der Systemmanager herein. Er laechelt. Es sieht aus wie das Laecheln eines grossen, satten Haifischs.

"Tja, ich werde Sie vermissen, Simon...", beginnt, noch ganz erfuellt von der eben geleisteten Entscheidung.

"Oh?" sage ich zuckersuess und heuchele Neugier.

"Wohin gehen Sie denn?"

"Nein, Simon", sagt er genussvoll, "Sie gehen:"

"Eine BEFOERDERUNG!" sage ich.

"Sie haben endlich diesen Brief an den Direktor geschickt, dass er ein gottverdammtes Arschloch ist und dass Sie aufhoeren?"

"Nein..."

"Sind Sie sicher? Der ist aber viel besser als der ueber meine Entlassung..."

"W..."

Seine Pupillen weiten sich eine kleine Idee. Es ist, als ob man ein Walross mit dem Sofakissen erschlagen wuerde. Er rast los, um das Fax zu stoppen. Nur, nachdem er gerade gekuendigt hat,

>klickediklackedi< funktioniert sein card key nicht mehr ...

Anfaenger... Das Telephon klingelt. Es ist derselbe wie vorhin.

"Ich komm' jetzt in meinen Account, aber ich hab' keinen Speicherplatz mehr auf der Platte..."

"Moment, ich schau, was ich tun kann."

>klickediklackedi<

rm -r *

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